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Reicht ein Google-Profil statt einer Website?

Für manche: ja, wirklich. Ein Eintrag bei Google kostet nichts, ist in einer Stunde fertig und bringt bei einem Ladengeschäft mehr als eine mittelmäßige Website. Hier steht, wann das gilt – und woran du merkst, dass es nicht mehr gilt.

  • Der Eintrag bei Google kostet nichts
  • In etwa einer Stunde eingerichtet
  • Die ehrlichste Antwort steht auf dieser Seite
  • Auch wenn sie „du brauchst mich nicht" lautet

Zuerst: was ist das eigentlich?

Der Kasten, den du kennst, ohne ihn zu kennen

Wenn du ein Geschäft googelst und rechts (am Handy: oben) ein Kasten mit Foto, Öffnungszeiten und Sternen erscheint – das ist ein Google-UnternehmensprofilDer kostenlose Eintrag, der dein Geschäft in der Google-Suche und auf Google Maps zeigt – früher „Google My Business". Für die meisten kleinen Betriebe ist er die wirksamste kostenlose Maßnahme überhaupt und zugleich die am häufigsten vergessene.Profil einrichten. Es ist keine Website, sondern ein Eintrag in Googles eigenem Verzeichnis.

Wo es erscheint

In der normalen Google-Suche als Kasten neben den Ergebnissen, in Google Maps als Stecknadel, und am Handy ganz oben – noch vor allen Websites.

Was es kostet

Bei Google nichts – weder beim Anlegen noch später. Wenn dich jemand anruft und Geld für deinen „Google-Eintrag" will, leg auf; das ist eine der häufigsten Maschen gegenüber kleinen Unternehmen. Etwas anderes ist es, wenn du die Einrichtung abgeben willst – das kostet dann mich Arbeitszeit und dich € 390.

Wem es gehört

Google. Du verwaltest es, aber du besitzt es nicht. Ein gesperrtes Profil ist von einem Tag auf den anderen weg, und es gibt keine Stelle, bei der du anrufen kannst.

Erst die Typfrage

Genügt dir das wirklich?

Die ehrliche Version: Für ein Ladengeschäft mit Laufkundschaft ist ein gepflegtes Profil oft mehr wert als eine Website, die niemand aktualisiert. Für alle anderen ist es ein Anfang, kein Ziel.

Du brauchst mehr, wenn …

  • Du willst für deine Leistung gefunden werden, nicht für deinen Namen.
  • Dein Angebot braucht Erklärung – im Profil ist kein Platz dafür.
  • Du willst, dass dir die Seite gehört. Ein Profil gehört Google, und die Regeln macht Google.

Ein Profil genügt, wenn …

  • Du hast ein Ladengeschäft oder einen festen Standort, den Menschen ansteuern.
  • Deine Kunden suchen nach deinem Namen, nicht nach deiner Leistung.
  • Du willst erreichbar sein, nicht gefunden werden.
  • Du bist gerade am Anfang und willst nichts ausgeben, bevor du weißt, ob es läuft.

Der Aufbau

So sieht ein gutes Profil aus

Acht Teile, und jeder einzelne ist ein Feld, das du ausfüllen kannst oder leer lässt. Die meisten Profile scheitern nicht an Google – sie scheitern daran, dass drei Felder leer geblieben sind.

  1. 1

    Name, Kategorie, Logo muss sein

    Der Name genau so, wie er an deiner Tür steht – ohne Zusätze wie „Beste Fußpflege Graz". Google sperrt Profile dafür, und zwar ohne Vorwarnung.

    Die Kategorie ist das wichtigste einzelne Feld überhaupt: Sie entscheidet, bei welchen Suchen du überhaupt auftauchst.

  2. 2

    Fotos muss sein

    Außenansicht, Innenansicht, du selbst, deine Arbeit. Echte Fotos vom Handy schlagen gekaufte Bilder – Menschen wollen sehen, wo sie hingehen, nicht ein Werbefoto aus einer DatenbankDer Ort, an dem WordPress alle Texte, Einstellungen und Benutzer ablegt – getrennt von den Bilddateien. Eine Sicherung ohne Datenbank ist deshalb keine Sicherung..
  3. 3

    Öffnungszeiten muss sein

    Inklusive Feiertagen und Urlaub. Das ist das Feld, das dir die meisten schlechten Bewertungen erspart: Wer vor einer verschlossenen Tür steht, obwohl „geöffnet" dastand, schreibt das auf.
  4. 4

    Deine Leistungen

    Eine Liste dessen, was man bei dir bekommt, gern mit Preisen. Viele lassen dieses Feld leer – dabei ist es das einzige, in dem du mit eigenen Worten sagen kannst, was du tust.
  5. 5

    Aktuelles

    Kurze Beiträge: neue Öffnungszeiten, ein Angebot, eine Neuigkeit. Sie verschwinden nach einigen Wochen wieder – das ist kein Fehler, sondern der Zweck. Ein Profil, an dem sich etwas tut, wird häufiger gezeigt.
  6. 6

    Bewertungen

    Der Teil, den du am wenigsten steuerst und der am meisten zählt. Frag zufriedene Kunden persönlich – nicht per Rundmail, die wirkt eingekauft.

    Und antworte auf jede Bewertung, auch auf die schlechten. Nicht für den, der sie geschrieben hat, sondern für die dreißig, die sie lesen.

  7. 7

    Die Knöpfe muss sein

    Anrufen, Route, Nachricht schreiben. Sie sind der eigentliche Grund, warum ein Profil bei einem Ladengeschäft so gut funktioniert: ein Fingertipp, und der Kunde ist unterwegs zu dir.
  8. 8

    Fragen und Antworten

    Jeder darf dort fragen – und jeder darf antworten, auch Fremde. Deshalb: Stell dir die fünf üblichen Fragen selbst und beantworte sie. Sonst tut es irgendwann jemand anderer, und meistens falsch.

Wie du es einrichtest, steht Schritt für Schritt auf einer eigenen Seite: Google-Unternehmensprofil einrichten – vom Anlegen über die Bestätigung per Postkarte bis zu den Einstellungen, die man leicht übersieht.

Die Grenzen

Was ein Profil nicht kann – und nie können wird

Das ist keine Kritik am Profil. Es ist ein Verzeichniseintrag und macht seine Sache gut. Aber es gibt vier Dinge, die es grundsätzlich nicht leistet, und wenn du eines davon brauchst, brauchst du eine Website.

Für deine Leistung gefunden werden

Das Profil bringt dich in die Karte, wenn jemand „Fußpflege in der Nähe" sucht. Für „Fußpflege bei Diabetes – worauf achten?" braucht es eine Seite mit einem Text, und den kann ein Eintrag nicht aufnehmen.

Etwas erklären, das Erklärung braucht

Im Profil ist Platz für ein paar Sätze. Wenn dein Angebot Vertrauen und Verständnis voraussetzt – Beratung, Therapie, Handwerk mit Varianten –, dann fehlt genau der Platz, an dem die Entscheidung fällt.

Dir gehören

Ein gesperrtes Profil ist weg, und mit ihm die Bewertungen von acht Jahren. Das passiert selten, aber es passiert – und es gibt keinen Kundendienst, der dir hilft. Eine eigene DomainDer Name deiner Website, also zum Beispiel idigit.onl. Du kaufst ihn nicht, du mietest ihn jährlich – und er gehört dir nur so lange, wie du ihn verlängerst.Domains und Postfächer kann dir niemand nehmen.

Anfragen sauber aufnehmen

Es gibt Nachrichten, aber kein Formular mit den Feldern, die du brauchst. Wer regelmäßig Anfragen mit Details bekommt – Termin, Umfang, Adresse –, sammelt sie sonst per Telefon und Zettel.

Der ehrlichste Weg, wenn du unsicher bist: Leg das Profil an, pflege es drei Monate lang ordentlich und sieh dir dann die Statistik an, die Google dir dazu zeigt. Wenn Menschen dich über deinen Namen finden, reicht es. Wenn kaum jemand dich findet, weißt du warum – und dann ist der Onepager der nächste kleine Schritt.

Aus echten Gesprächen

Was mich dazu am häufigsten gefragt wird

Ingrid, Änderungsschneiderei

„Ich habe seit zwölf Jahren keine Website und genug Kundschaft." – Dann brauchst du auch keine. Pfleg dein Profil, sammle Bewertungen, fertig. Das ist keine Notlösung, das ist die richtige Entscheidung.

Marion, mobile Kosmetik

„Ich habe kein Geschäft, ich fahre zu den Kunden." – Dann geht ein Profil ohne sichtbare Adresse, nur mit Einzugsgebiet. Aber du wirst schwerer gefunden, weil die Karte dein stärkstes Argument war. Hier lohnt eine kleine Website meistens schon.

Sabine, Ferienwohnung

„Reicht mir nicht mein Instagram?" – Für den ersten Eindruck ja. Aber du bist dort auffindbar für die, die dir folgen, nicht für die, die suchen. Und der Zugang kann dir genauso genommen werden wie ein Google-Profil.

Häufige Fragen

Google-Profil – kurz beantwortet

Bei Google wirklich nichts – weder beim Anlegen noch laufend. Das Profil ist und bleibt gratis.

Zwei Zahlen, die oft verwechselt werden: Was nichts kostet, ist der Eintrag. Was etwas kostet, ist die Einrichtung, wenn du sie abgibst – bei mir € 390 einmalig, mit Kategorien, Fotos, Verknüpfung zur Website und Einweisung. Du musst das nicht abgeben; die Anleitung zum Selbermachen steht offen da.

Es gibt außerdem Firmen, die anrufen und Geld für die „Verwaltung deines Google-Eintrags" verlangen, oft mit Rechnungen, die amtlich aussehen. Das ist eine der häufigsten Maschen gegenüber kleinen Unternehmen. Google selbst ruft dich nicht an, um Geld zu verlangen.

Ja, und die meisten sollten das auch. Es dauert etwa eine Stunde, plus die Wartezeit auf die Postkarte, mit der Google deine Adresse bestätigt.

Die Anleitung dazu steht hier: Google-Unternehmensprofil einrichten.

Wenn du es abgeben willst, mache ich es für € 390 einmalig: Profil anlegen oder übernehmen, Inhaberschaft bestätigen, Kategorien und Zeiten richtig setzen, Fotos aufbereiten, mit deiner Website verknüpfen – und dir zeigen, wie du Beiträge und Bewertungen selbst beantwortest. Danach brauchst du mich dafür nicht mehr.

Für den Eintrag selbst nicht – die Pflicht hängt an einer eigenen Website. Sobald du irgendwo eine eigene Seite betreibst, gilt sie.

Aber: Deine Angaben im Profil müssen stimmen. Ein falscher Firmenname oder eine erfundene Adresse ist kein Impressumsproblem, sondern ein Grund für eine Sperre.

Antworte darauf – sachlich, kurz, ohne dich zu rechtfertigen. Die Antwort ist nicht für den Verfasser, sondern für alle, die beides lesen.

Löschen lassen kannst du nur, was gegen Googles Regeln verstößt: Beleidigungen, Werbung, offensichtlich falsche Angaben. Eine schlechte Meinung ist erlaubt, auch wenn sie ungerecht ist.

An drei Zeichen: Du wirst gefragt „habt ihr auch eine Website?". Du erklärst dieselbe Sache zum zwanzigsten Mal am Telefon. Oder du willst etwas anbieten, das über den Ort hinausgeht.

Dann ist der Onepager der nächste Schritt – und das Profil bleibt trotzdem. Beides zusammen ist stärker als jedes für sich.

Frag mich ruhig, ob du mich brauchst.

Ich sage dir ehrlich, wenn ein kostenloser Eintrag für dich genügt. Das kommt öfter vor, als man in meinem Beruf zugeben sollte – und es ist der Grund, warum die Leute wiederkommen, wenn es irgendwann doch mehr sein muss.

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