Wie kann man Kommentare bei WordPress abschalten?
In vier Häkchen ohne Plugin – oder gründlicher mit. Vorher lohnt allerdings die Frage, ob du sie wirklich loswerden willst.
Erst die Frage: willst du das wirklich?
Bei einer Firmenwebsite lautet die Antwort meistens ja. Niemand kommentiert eine Leistungsseite, und was ankommt, ist automatisierter Spam. Wer etwas sagen will, benutzt das Kontaktformular.
Bei einem Blog mit echter Leserschaft ist es eine andere Rechnung. Kommentare sind Rückmeldung, sie halten Leute auf der Seite, und gute Fragen darunter sind oft die Vorlage für den nächsten Artikel. Dann lohnt eher ein Spamfilter als das Abschalten.
Ein verbreitetes Argument stimmt so nicht: dass Links aus
Spam-Kommentaren dem Ranking schaden. WordPress versieht
Kommentarlinks seit Version 5.3 automatisch mit
rel="nofollow ugc" – sie geben nichts weiter. Schaden
richten freigeschaltete Spam-Kommentare trotzdem an, aber als dünner
Inhalt und als Zumutung für Besucher, nicht über Links.
Ohne Plugin: vier Häkchen
Unter Einstellungen → Diskussion:
- „Nutzern erlauben, Kommentare zu neuen Beiträgen zu schreiben" abwählen. Das gilt ab jetzt für alles Neue.
- „Nutzer müssen registriert und angemeldet sein" anhaken – bremst den Rest.
- „Kommentare zu Beiträgen automatisch schließen", älter als 14 Tage. Trifft die alten Beiträge, in denen Spam am liebsten landet.
- „Kommentar muss manuell genehmigt werden" anhaken. Damit kommt nichts ungeprüft online.
Punkt 1 wirkt nur auf neue Beiträge. Bei bestehenden bleibt die Kommentarfunktion offen. Die schaltest du in der Beitragsübersicht ab: alle markieren, „Bearbeiten", „Übernehmen", dann bei „Kommentare" auf Nicht erlauben.
Mit Plugin: gründlicher
Das kostenlose „Disable Comments" schaltet nicht nur die Funktion ab, sondern räumt auch auf: Es entfernt den Menüpunkt „Kommentare", die Felder unter den Beiträgen und die Kommentarspalte in der Übersicht.
Nach der Installation unter Einstellungen → Disable Comments die Option „Überall" wählen und speichern. Fertig.
Das Plugin blendet vorhandene Kommentare nur aus – es löscht sie nicht. Sie stehen weiter in der Datenbank, und wenn du das Plugin später entfernst, sind sie alle wieder da. Wer sie wirklich loswerden will, löscht sie vorher unter Kommentare: nach „Spam" filtern, alle markieren, endgültig entfernen.
Die Alternative: filtern statt abschalten
Wenn du Kommentare behalten willst, hilft eine Kombination aus drei Dingen zuverlässig:
- Ein Spamfilter – Akismet oder Antispam Bee. Zweiteres kommt ohne Datenübertragung an einen fremden Dienst aus, was bei einer Website mit DSGVO-Anspruch die einfachere Wahl ist.
- Kommentare automatisch schließen nach 30 oder 60 Tagen. Die alten Beiträge sind das eigentliche Ziel der Spammer.
- Erster Kommentar muss freigegeben werden. Wer einmal freigeschaltet ist, darf danach direkt.
Damit bleibt der Nutzen und der Aufwand sinkt auf ein paar Minuten im Monat.
Passt das nicht auf deinen Fall?
Dieser Artikel beantwortet die Frage allgemein – deine ist vermutlich konkreter. Schreib mir kurz, worum es geht. Ich antworte selbst, meist am selben Tag, und es kostet nichts.
Hat dir das geholfen?
Dann sag es weiter. Eine kurze Bewertung dauert dreißig Sekunden und sorgt dafür, dass die Nächsten diese Antwort überhaupt finden.
Damit arbeitest du weiter
Passt dazu
- WordPress Wie kann ich WordPress sichern? WordPress selbst kann es nicht – ein Plugin schon, in zehn Minuten eingerichtet. Wichtiger als das Anlegen ist allerdings, wo die Sicherung liegt.
- Schnipsel „Privat:" und „Geschützt:" aus Beitragstiteln entfernen Zwei Zeilen statt einer Suchen-und-Ersetzen-Funktion – und sprachunabhängig obendrein.
- WordPress Warum zeigt WordPress meine Bilder in der Mediathek nicht an? Meistens liegt es an einer von sechs Kleinigkeiten – und die erste davon kostet dich zehn Sekunden.
- WordPress Was sind WordPress MU-Plugins? Plugins, die immer laufen und sich nicht abschalten lassen. Nützlich – und genau deshalb mit Vorsicht zu gebrauchen.