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Was sind WordPress MU-Plugins?

Plugins, die immer laufen und sich nicht abschalten lassen. Nützlich – und genau deshalb mit Vorsicht zu gebrauchen.

Zuletzt geprüft: 5 Minuten Lesezeit

Was sie sind

„MU" steht für must-use – zwingend zu benutzen. Ein MU-Plugin ist ein Plugin, das immer aktiv ist und sich im Verwaltungsbereich nicht abschalten lässt.

Der Unterschied liegt allein im Ablageort: Was in wp-content/mu-plugins/ liegt statt in wp-content/plugins/, ist automatisch aktiv. Kein Einschalten, kein Ausschalten.

Gedacht ist das für Funktionen, die zur Grundausstattung einer Installation gehören und die niemand versehentlich abschalten soll – eine Serverkonfiguration, eine Sicherheitsregel, ein Standardverhalten über mehrere Websites hinweg.

Der Fehler, an dem fast alle scheitern

Wichtig

WordPress lädt aus mu-plugins/ nur PHP-Dateien, die direkt im Ordner liegen. Unterverzeichnisse werden nicht durchsucht.

Wer ein normales Plugin mitsamt seinem Ordner hineinkopiert, wundert sich, dass nichts passiert – und sucht den Fehler überall, nur nicht an dieser Stelle.

So sieht es richtig aus:

wp-content/mu-plugins/
    meine-funktion.php        ← wird geladen
    noch-eine.php             ← wird geladen
    grosses-plugin/           ← wird NICHT geladen
        grosses-plugin.php

Wenn ein Plugin unbedingt seinen Ordner braucht, hilft eine kleine Ladedatei direkt im mu-plugins-Ordner, die die eigentliche Datei einbindet:

<?php
require WPMU_PLUGIN_DIR . '/grosses-plugin/grosses-plugin.php';

Was dafür spricht

  • Kann nicht versehentlich abgeschaltet werden. Weder von einem Kunden noch von einem Kollegen noch beim Massen-Deaktivieren während einer Fehlersuche.
  • Wird vor allen anderen Plugins geladen. Wenn eine Funktion oder Bibliothek früh bereitstehen muss, ist das der zuverlässige Weg.
  • Überlebt einen Themewechsel. Anders als Code in der functions.php des Themes, der beim nächsten Wechsel oder Theme-Update weg ist.
Tipp

Der letzte Punkt ist der praktisch wichtigste. Wer eigene Codeschnipsel in die functions.php des Themes schreibt, verliert sie irgendwann – ein MU-Plugin oder ein Child-Theme ist der haltbarere Ort.

Was dagegen spricht

Hinweis

MU-Plugins bekommen keine automatischen Aktualisierungen. WordPress kennt für sie keinen Update-Mechanismus. Bei einem Baustein, der immer läuft und sich nicht abschalten lässt, ist das ein Sicherheitsthema – jede Aktualisierung ist Handarbeit, und niemand erinnert dich daran.

Dazu kommt das Vergessen. MU-Plugins tauchen in der Plugin-Liste nur unter einem eigenen Reiter „Muss-Benutzt" auf, und dort schaut selten jemand hin. Wenn Monate später etwas Merkwürdiges passiert, sucht man in den normalen Plugins – und findet nichts.

Auch die übliche Fehlersuche „alle Plugins aus, dann einzeln wieder an" greift hier nicht: Zum Abschalten muss die Datei aus dem Ordner verschoben oder gelöscht werden, und daran denkt unter Zeitdruck niemand.

Wann sie sich lohnen

Ja – bei Funktionen, die zur Grundausstattung gehören und nie fehlen dürfen, und wenn du selbst die Website betreust.

Eher nicht – bei allem, was gelegentlich zum Testen abgeschaltet werden soll, und wenn die Website später jemand anderem übergeben wird. Ein unsichtbarer, nicht abschaltbarer Baustein ist für den Nächsten eine Falle.

Tipp

Wenn du eines anlegst: Schreib oben in die Datei, was sie tut, warum es ein MU-Plugin ist und wann sie entstanden ist. Der Mensch, der das in zwei Jahren sucht, bist wahrscheinlich du.

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