Fehler „ERR_TOO_MANY_REDIRECTS" beheben
Ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt: Zwei Stellen schicken den Aufruf einander zu, bis der Browser aufgibt. Meist ist eine von vier Ursachen schuld.
Was da passiert
Der Browser ruft eine Adresse auf, bekommt „geh dorthin", ruft die neue Adresse auf, bekommt wieder „geh dorthin" – und irgendwann bricht er ab. Ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt.
Beteiligt sind fast immer zwei Stellen, die gegeneinander arbeiten: WordPress und der Server, WordPress und ein Plugin, oder der Server und ein vorgelagerter Dienst. Keine davon ist für sich falsch – sie passen nur nicht zusammen.
Kein Datenverlust, nichts kaputt. Nur unerreichbar.
1. Die häufigste Ursache: SSL doppelt geregelt
Wenn ein Dienst vor deinem Server sitzt – Cloudflare, ein Load Balancer, der Proxy eines Hosters –, dann beendet dieser Dienst die Verschlüsselung oft selbst und spricht intern unverschlüsselt mit deinem Server weiter.
Dein Server sieht also kein https, obwohl der Besucher
längst verschlüsselt verbunden ist. Also leitet er auf
https um. Der Dienst nimmt den Aufruf entgegen, reicht ihn
wieder unverschlüsselt weiter – und das Spiel beginnt von vorn.
Bei Cloudflare ist der Verursacher meist die Einstellung „Flexible" unter SSL/TLS. Stell sie auf „Full" oder „Full (strict)" – vorausgesetzt, dein Server hat ein eigenes Zertifikat. Damit ist der Fehler in vielen Fällen sofort weg.
Kommt die Weiterleitung aus deiner .htaccess, braucht
sie eine zweite Bedingung, die den Proxy berücksichtigt:
RewriteCond %{HTTPS} !=on
RewriteCond %{HTTP:X-Forwarded-Proto} !https
RewriteRule ^ https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [R=301,L]
Die zweite Zeile ist die entscheidende. Der .htaccess-Generator baut sie automatisch mit ein – genau aus diesem Grund.
2. Die Adressen in WordPress
Nach einem Umzug oder einem Domainwechsel steht in WordPress oft noch
die alte Adresse. Nachsehen unter Einstellungen → Allgemein:
„WordPress-Adresse" und „Website-Adresse" sollten beide gleich lauten
und mit https:// beginnen.
Kein Zugriff auf den Verwaltungsbereich? Dann per FTP
in die Datei wp-config.php – sie liegt im
Hauptverzeichnis, neben den Ordnern wp-admin und
wp-content. Trag dort ein:
define('WP_SITEURL', 'https://deine-domain.at');
define('WP_HOME', 'https://deine-domain.at');
Die Datei heißt wp-config.php – nicht
config.php. Wer nach dem kürzeren Namen sucht, findet
nichts und glaubt, im falschen Ordner zu sein.
Achte auf Kleinigkeiten: kein Schrägstrich am Ende, beide Zeilen
identisch, und www entweder in beiden oder in keiner. Ein
Unterschied zwischen den zwei Zeilen ist für sich schon eine Schleife.
3. Ein Plugin leitet um
Weiterleitungs-Plugins, Sicherheits-Plugins und SSL-Plugins bringen eigene Regeln mit. Zwei davon nebeneinander genügen.
Alle auf einmal abschalten, auch ohne Zugriff auf die Verwaltung:
- Per FTP nach
wp-content/wechseln. - Den Ordner
pluginsinplugins-ausumbenennen. - Website aufrufen – alle Plugins sind jetzt inaktiv.
- Ist der Fehler weg, den Ordner zurückbenennen und die Plugins einzeln wieder einschalten, bis er wiederkommt. Der letzte ist der Schuldige.
Denk an die MU-Plugins.
Die liegen in wp-content/mu-plugins/ und bleiben bei
dieser Aktion aktiv – wenn dort etwas umleitet, findest du es so
nicht.
4. Die .htaccess
Widersprüchliche Regeln in dieser Datei erzeugen dieselbe Schleife. Der schnellste Test:
- Per FTP die
.htaccessin.htaccess-altumbenennen. - Website aufrufen.
Ist der Fehler weg, lag es an der Datei. Dann legst du eine neue an, trägst nur den WordPress-Standardblock ein und baust deine eigenen Regeln einzeln wieder auf – über dem Block, nicht hinein.
Den Standardinhalt und den ganzen Ablauf findest du unter Wo muss ich die .htaccess speichern?
5. Zuletzt: die Zwischenspeicher
Der Browser merkt sich eine Weiterleitung mit dem Code 301 dauerhaft – auch dann noch, wenn du die Ursache längst behoben hast. Deshalb: Nach jeder Änderung in einem privaten Fenster testen, nicht im normalen.
Dasselbe gilt für ein Caching-Plugin und für Cloudflare. Beide können eine kaputte Weiterleitung aufbewahren und weiter ausliefern.
Diese Punkte stehen bewusst zuletzt: Sie beheben den Fehler selten, aber sie verschleiern regelmäßig, dass er schon behoben ist.
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