Das Fundament einer Website
Selbst programmieren, ein Redaktionssystem nehmen oder einen Baukasten – die Entscheidung am Anfang, die am längsten nachwirkt.
Hat eine Website ein Fundament?
Beim Haus ist klar, was gemeint ist: Wenn das Grundstück gefunden ist, kommt das Fundament. Je besser es überlegt ist, desto mehr lässt sich darauf bauen.
Bei einer Website ist das Fundament die Entscheidung, womit sie gebaut wird. Nicht das Aussehen, nicht der Text – die Technik darunter.
Diese Entscheidung wirkt lange nach. Sie zu ändern heißt in der Regel, die Website neu aufzubauen. Nicht unmöglich, aber auch nichts, was man nebenbei macht.
Die drei Wege
Selbst programmiert
Eine Website lässt sich vollständig von Hand schreiben – mit HTML, CSS, etwas PHP oder JavaScript. Der Vorteil: Du kennst jede Zeile. Nichts lädt im Hintergrund, was du nicht selbst hineingeschrieben hast, und Änderungen gehen genau so weit, wie du willst.
Der Nachteil: Es dauert. Und alles, was ein fertiges System mitbringt – Formulare, Bildgrößen, Suchfunktion –, musst du selbst bauen oder bewusst weglassen.
Für kleine, stabile Websites, die selten geändert werden, ist das ein sehr guter Weg. Für eine Seite, die wöchentlich neue Beiträge bekommen soll, ist es der falsche.
Ein Redaktionssystem
Am weitesten verbreitet sind Systeme wie WordPress, TYPO3 oder Joomla. Sie bringen die Grundfunktionen mit: Seiten anlegen, Bilder verwalten, Benutzer, Menüs.
Die Systeme selbst sind kostenlos. Erweiterungen sind es oft nicht, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen – manche sind ausgezeichnet und ihr Geld wert, andere sind nur Ballast, der jede Seite langsamer macht.
Der große Vorteil: Du bist nicht an einen Anbieter gebunden. Ein Redaktionssystem läuft überall gleich, du kannst mit der Website umziehen.
Ein Baukasten
Meine Meinung dazu steht ausführlich im Artikel Website-Baukasten – ein Fertighaus? Kurz gefasst: Ich empfehle sie meinen Kunden nicht, und der Grund ist nicht das Ergebnis, sondern die Abhängigkeit.
Woran du erkennst, was zu dir passt
Drei Fragen, die die Entscheidung meistens schon treffen:
- Wer ändert die Inhalte? Wenn du selbst regelmäßig Texte einstellen willst, brauchst du ein System mit einer Oberfläche dafür. Wenn die Seite einmal gebaut wird und dann steht, brauchst du das nicht.
- Wie oft? Einmal im Jahr eine Preisänderung ist etwas anderes als drei Beiträge pro Woche.
- Was kommt in zwei Jahren dazu? Shop, Buchung, Mehrsprachigkeit, Mitgliederbereich – all das lässt sich in ein Redaktionssystem nachrüsten. In selbst geschriebenen Code auch, aber nur von jemandem, der ihn kennt.
Für die allermeisten kleinen Betriebe ist ein Redaktionssystem der richtige Weg – nicht weil es das beste wäre, sondern weil es die wenigsten Türen zuschlägt. Du kannst umziehen, du kannst wechseln, und du findest jemanden, der sich damit auskennt.
Passt das nicht auf deinen Fall?
Dieser Artikel beantwortet die Frage allgemein – deine ist vermutlich konkreter. Schreib mir kurz, worum es geht. Ich antworte selbst, meist am selben Tag, und es kostet nichts.
Hat dir das geholfen?
Dann sag es weiter. Eine kurze Bewertung dauert dreißig Sekunden und sorgt dafür, dass die Nächsten diese Antwort überhaupt finden.
Passt dazu
- Grundlagen Aufbau einer Website Eine Website ist wie ein Haus: Grundstück, Fundament, Zimmer, Möbel. Der Vergleich trägt weiter, als man zunächst denkt.
- Grundlagen Website-Baukasten – ein Fertighaus? Schnell aufgebaut, bequem zu bedienen – und schwer wieder zu verlassen. Was der Komfort kostet.
- Grundlagen Den richtigen Webhosting-Anbieter finden Der Webhost ist das Grundstück. Ein späterer Umzug ist machbar, aber teuer – deshalb lohnt sich die Entscheidung am Anfang.
- Grundlagen Was beeinflusst den Preis einer Website? Angebote von 500 bis 50.000 Euro – für dasselbe Wort. Woran der Unterschied liegt.