LinkedIn Karussell-Post erstellen (Slider als PDF)
LinkedIn hat gar keine Carousel-Funktion. Der Effekt entsteht über ein Dateiformat, das kaum jemand auf dem Schirm hat.
Was ein Carousel-Post ist – und warum es ihn offiziell nicht gibt
Ein Carousel- oder Slider-Post ist ein Beitrag, durch den man wischen kann: mehrere Bilder hintereinander, wie man es von Instagram kennt. Auf LinkedIn funktionieren sie gut, weil sie den Leser zum Blättern bringen – und jedes Blättern ist ein Signal, dass der Beitrag interessiert.
Der Haken: LinkedIn bietet diese Funktion gar nicht an. Es gibt keinen Knopf „Carousel erstellen". Wer danach sucht, findet nichts – und hört dann meistens auf zu suchen.
Der Trick ist ein Umweg über ein anderes Format: LinkedIn kann PDF-Dokumente anzeigen, und zwar zum Durchblättern. Jede PDF-Seite wird zu einem Bild im Slider. Mehr steckt nicht dahinter.
Schritt 1: Die Bilder anlegen
Am einfachsten in Canva, es geht aber mit jedem Programm, das PDFs exportieren kann. Wichtig ist nur, dass alle Seiten dasselbe Format haben – sonst springt der Slider beim Blättern.
- Quadratisch: 1080 × 1080 Pixel – der sichere Standard.
- Hochformat: 1080 × 1350 Pixel – nimmt am Handy mehr Platz ein und fällt dadurch stärker auf.
Leg das erste Bild an und kopier es für die weiteren. So bleiben Schriftgrößen, Ränder und Farben gleich – und das ist der Unterschied zwischen „gemacht" und „professionell".
Die erste Seite entscheidet. Sie ist das Einzige, was jemand sieht, bevor er blättert. Eine Frage, eine Zahl oder eine Behauptung wirkt dort besser als ein Titel. Und ein kleiner Hinweis zum Wischen auf Seite eins bringt tatsächlich mehr Blätterer.
Schritt 2: Als PDF exportieren
In Canva unter Teilen → Herunterladen das Format „PDF Standard" wählen und die gewünschten Seiten auswählen. Jede Seite wird später ein Bild im Slider, in genau dieser Reihenfolge.
Nicht „PDF Druck" nehmen. Das ist der häufigste Fehler an dieser Stelle: Die Druckfassung enthält Schnittmarken und CMYK-Farben, wird deutlich größer und sieht auf dem Bildschirm blasser aus. Für einen Beitrag ist „Standard" richtig.
Kontrollier die Datei einmal, bevor du sie hochlädst – einfach aufmachen und durchblättern. Fehlt eine Seite oder steht eine in der falschen Reihenfolge, merkst du das hier in zehn Sekunden. Nach dem Veröffentlichen lässt sich ein Dokument nicht mehr austauschen.
Schritt 3: Auf LinkedIn hochladen
- Neuen Beitrag beginnen.
- In der Leiste unten auf „Mehr" klicken.
- „Dokument hinzufügen" wählen.
- Die PDF-Datei auswählen.
- Einen Titel vergeben – der steht später unter dem Slider und ist nachträglich nicht mehr änderbar.
- Beitragstext schreiben und veröffentlichen.
LinkedIn erkennt die PDF als Dokument und macht daraus den durchblätterbaren Beitrag.
Die Grenzen, die niemand vorher nennt
- Die Seitenzahl. Technisch geht viel, praktisch blättert kaum jemand über zehn Seiten hinaus. Fünf bis acht ist der Bereich, in dem die meisten bis zum Ende kommen.
- Die Dateigröße. Halt die Datei klein. Große PDFs laden am Handy spürbar langsam – und wer wartet, blättert nicht.
- Schrift nicht zu klein. Was am Bildschirm gut aussieht, ist am Handy unlesbar. Die meisten Leser sind am Handy. Faustregel: Wenn du das Bild auf Daumennagelgröße verkleinerst und die Überschrift noch erkennst, passt es.
- Kein Ton, keine Bewegung. Es sind Bilder, keine Videos.
Lohnt sich der Aufwand?
Ehrlich gesagt: nicht für jeden Beitrag. Ein Carousel kostet spürbar mehr Zeit als ein Text mit Bild, und wenn der Inhalt nichts hergibt, ändert das Format daran nichts.
Es lohnt sich, wenn du etwas Schritt für Schritt erklärst, mehrere Punkte vergleichst oder eine Entwicklung zeigst – also überall dort, wo die Abfolge selbst die Information trägt. Für eine Ankündigung reicht ein Bild.
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