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Was bedeutet Cloaking?

Suchmaschinen etwas anderes zeigen als Besuchern. Eine der wenigen Techniken, die Google mit dem vollständigen Ausschluss der Domain beantwortet.

Zuletzt geprüft: 4 Minuten Lesezeit

Was es ist

Cloaking heißt: Unter derselben Adresse bekommt eine Suchmaschine etwas anderes zu sehen als ein Besucher. Der Server erkennt am Absender, wer anfragt, und liefert entsprechend aus.

Zwei Spielarten sind verbreitet:

  • IP-Cloaking – erkannt wird an der IP-Adresse.
  • User-Agent-Cloaking – erkannt wird an der Kennung, die Browser und Programme mitschicken.

Ein typischer Fall: Eine Website mit kostenpflichtigen Inhalten will auch bei Suchen nach „kostenlos" erscheinen. Also bekommt Google eine frei lesbare Fassung zu sehen – und der Besucher, der klickt, die Bezahlschranke.

Was passiert, wenn es auffliegt

Cloaking gehört zu den wenigen Dingen, die Google nicht mit einer schlechteren Platzierung beantwortet, sondern mit dem Ausschluss. Betroffen ist dann nicht die eine Seite, sondern die gesamte Domain mit allen Unterseiten.

Praktisch heißt das: Deine Website ist über Google nicht mehr auffindbar. Wer sie kennt, kommt hin; alle anderen nicht. Der Weg zurück führt über einen Antrag auf erneute Überprüfung und dauert Wochen bis Monate – mit ungewissem Ausgang.

Wer diese Technik als „SEO-Möglichkeit" anpreist, arbeitet mit Hochdruck daran, dass deine Domain gesperrt wird. Finger weg.

Was KEIN Cloaking ist

Das ist der Teil, der meistens fehlt – und der eigentliche Grund, warum Leute nach dem Begriff suchen. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen Besucher und Suchmaschine Verschiedenes sehen und das völlig in Ordnung ist:

  • Verschiedene Sprachfassungen nach Herkunftsland – solange es dafür getrennte Adressen gibt und Google alle sehen darf.
  • Anderes Layout am Handy. Der Inhalt bleibt derselbe, nur die Darstellung ändert sich.
  • Personalisierung für angemeldete Nutzer. Ein Kundenbereich zeigt jedem etwas anderes – das ist keine Täuschung, sondern der Zweck.
  • Bezahlschranken, wenn sie als solche gekennzeichnet sind. Google hat dafür ein eigenes Verfahren; wer es benutzt, darf Suchmaschinen mehr zeigen als anonymen Besuchern.
Tipp

Die Faustregel, an der du dich entlanghangeln kannst: Ist die Absicht Täuschung? Wenn ein Besucher sich getäuscht fühlen würde, sobald er den Unterschied bemerkt, ist es Cloaking. Wenn er den Unterschied sinnvoll findet – andere Sprache, anderes Gerät, angemeldet –, ist es keines.

Wie du prüfst, was Google sieht

Wenn du unsicher bist, ob deine Seite unabsichtlich Verschiedenes ausliefert – etwa durch ein Plugin oder eine Serverregel –, gibt es dafür ein kostenloses Werkzeug: In der Google Search Console zeigt die URL-Prüfung unter „Live-Test" den gerenderten Seiteninhalt so an, wie Google ihn sieht.

Weicht der spürbar von dem ab, was du im Browser siehst, lohnt ein genauerer Blick. Unabsichtliches Cloaking entsteht am häufigsten durch überambitionierte Zwischenspeicher-Plugins.

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